Die neue S-Bahn: mehr Komfort für alle

In den neuen Zügen der S-Bahn, die ab Januar 2021 über Berliner Schienen rollen, steckt viel technisches Know-how. Mindestens ebenso wichtig sind aber Komfort und ein durchdachtes Design. Deshalb hat die S-Bahn Berlin das Naheliegende getan – und einfach mal die Kunden gefragt, wie sie es denn gerne hätten.

Auf Herz und Nieren

Mehr als 600 Tester waren aufgerufen, die neuen Züge im Modell unter die Lupe zu nehmen. Im Herbst 2016 wurde dann alles genau unter die Lupe genommen: Eifrig wurden Fragebögen ausgefüllt und vieles konstruktiv diskutiert.

Oben sandfarben, unten dunkelrot, so mag es die Mehrheit.

Warum bis 2021 warten? Jetzt schon einen Blick in die neuen S-Bahnen werfen! In wenigen Wochen auf der InnoTrans.

Anregungen umgesetzt

Eine deutliche Mehrheit der Tester wünschte sich beispielsweise beidseitige, horizontale Haltestangen auch in den Sitzbereichen. Auf Hinweis eines Verbandsvertreters wird auch ein Sitz für kleinwüchsige Menschen eingebaut. Bei den Halteschlaufen fiel die Wahl auf die griffigere Variante in der Farbe Anthrazit. Das vorgeschlagene Außendesign kam bei den Fahrgästen gut an. 77 Prozent der Befragten sagte es zu, 51 Prozent entschieden sich zudem für die moderne Farbgebung des Fahrzeugmodells: Nun gibt es also unten ein etwas frischeres Rot, oben ein frischeres Gelb.

Frische bevorzugt: Die neuen S-Bahnen strahlen noch heller.

Was die neuen S-Bahnen alles können

Was sind die Vorteile der neuen S-Bahn? Es gibt so viele, dass an dieser Stelle nur die Highlights genannt werden sollen. Die S-Bahn ist ein bequemes Verkehrsmittel für alle. Da ist es nur logisch, den Komfort für alle noch besser zu machen. Hier die Beispiele in einer Bildergalerie:

Viel Platz für alle

Viel Platz für alle

Bei Hochbetrieb können sich Rollstuhlfahrer, Fahrradfahrer und Kinderwagen leicht ins Gehege kommen. Deshalb haben die neuen S-Bahnen in einem Vollzug bis zu acht Mehrzweckbereiche. Im Bild zu sehen ist ein Halbzug mit vier Mehrzweckbereichen. Jeweils zwei Halbzüge pro Fahrt sind dann mit den neuen Modellen ab 2021 unterwegs. Vier Mehrzweckbereiche sind speziell den Rollstuhlfahrern gewidmet, vier speziell den Radfahrern.
Reibungslose Kommunikation

Reibungslose Kommunikation

Die Bereiche speziell für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste befinden sich jeweils direkt hinterm Führerstand. Dort sind spezielle Kommunikationssäulen verbaut – auch für Rollstuhlfahrende bequem erreichbar. Per Knopfdruck kann von dort aus bei Bedarf die Sprechverbindung zur Zentrale hergestellt werden. Daneben gibt es eine Taste, mit der man Informationen abrufen kann. Mit dem bekannten blauen Knopf lässt sich die Türöffnung anfordern. Wer auf Unterstützung beim Ein-und Ausstieg angewiesen ist, fährt immer an der Zugspitze mit. Dort erhält der Triebfahrzeugführer auf Drücken der Türöffnungstaste automatisch die Information vom Ausstiegswunsch, so dass er dabei helfen kann.
Infos an allen Seiten

Infos an allen Seiten

Endlich gibt es bei den neuen S-Bahn-Zügen auch Fahrtziel-Anzeigen an den Seiten. Das heißt: Niemand muss sich mehr ärgern, weil er bei der Einfahrt des Zuges verpasst hat, auf die vordere Anzeige zu schauen. Noch raffinierter werden die blauen Anzeigen im Inneren der Züge: Sie informieren nicht nur über die nächste Haltestelle, sondern auch die Verbindungen von dort – alles in Echtzeit. Die Anzeige wird sogar aktuelle Störungsinformationen geben können.
Für den Sommer gerüstet

Für den Sommer gerüstet

Coole Sache: Die neuen S-Bahnen der Baureihe 483/484 haben eine Klimaanlage. Die Klimaanlage kühlt absichtlich nicht so stark herunter, dass man sich im Sommer wie in einer Gefriertruhe fühlt. Das wäre ökologischer Wahnwitz und sowieso nicht gut für den Kreislauf. Stattdessen: entspanntes Klima in den Berliner S-Bahnen. Die Windfangwände schützen den Sitzbereich bestmöglich vor einströmender Warmluft.
Viel Stauraum

Viel Stauraum

Die neuen Sitze sind optisch an die DB-Regionalzüge angepasst. Aber viel wichtiger ist ein Detail, das auf den ersten Blick gar nicht auffällt: Die Sitze bieten enormen Stauraum, darunter lassen sich problemlos große Taschen unterbringen. Und weil sie an der Seite festgemacht sind, nicht am Boden, haben auch die Reinigungskräfte gut lachen: Zur Mitte hin gibt es keine Metallfüße mehr, man kommt mit dem Wischmopp viel schneller durch.
Bequeme und besser sichtbare Türen

Bequeme und besser sichtbare Türen

Weil die neuen Türen schwarz angestrichen sind, können auch Menschen mit Sehbehinderung sie gut erkennen. Grünes oder rotes Licht zeigt an, ob die Türen noch offen bleiben oder schließen.

Güte zeigt sich im Detail

Also … wir haben eine Klimaanlage, wir haben neue Fahrtziel-Anzeiger, wir haben bequeme neue Sitze und vieles mehr. Wurde auch wirklich an alles gedacht? Moment mal, die Türen brauchen einen Ton, den alle gut hören können! Keine Sorge, auch dafür haben die Entwickler bei der S-Bahn Berlin eine Lösung gefunden.

Vom guten Tür-Ton

Der Ton der Türen ändert sich mit den neuen Zügen: Menschen mit beeinträchtigtem Hörvermögen können das neue Signal besser aus den Umgebungsgeräuschen herausfiltern. Allerdings wird der bekannt-beliebte S-Bahn-Dreiklang verschwinden. Ein Wermutstropfen, der sich aufgrund der Vorschriftenlage jedoch nicht vermeiden lässt.

Mehr Barrierefreiheit

Doch die S-Bahn Berlin tut noch mehr für Barrierefreiheit: Den Rollstuhlfahrenden beim Ein- und Aussteigen zu helfen, wird dank einer neuen Rampe sehr viel einfacher. Sie fährt in jedem Zug mit und ist bei Bedarf schnell greifbar. Der Vorteil des neuen, extrem stabilen Materials: Es ist leichter zu handhaben als die bisherigen Rampen.

Mit der neuen Rampe sind Höhenunterschiede kaum noch ein Problem. Elektrorolli-Fahrer Mario Todzi hat es getestet. Lesen Sie mehr nach einem Klick.