Mehr Grün in die Metropolen!

Ziehen mehr Menschen in die Städte, wird dort entweder jeder freie Fleck verbaut oder das Häusermeer wächst weiter ins Umland. So oder so – grüne Flächen werden zubetoniert. Deshalb müssen wir uns die Natur in die Stadt holen. Die Ausstellung „Grüne Stadt“ im Denkraum „Natur“ des Futuriums zeigt, wie das geht.

Bäume, Sträucher und Blumen wachsen auf Dächern, an Häuserwänden, auf Parkplätzen und zwischen Gleisen. Sie spenden Schatten, filtern Schadstoffe aus der Luft und bieten Lebensräume für Vögel und Insekten. Ob wildwachsend oder nach Plan gepflanzt: Mehr Natur in unseren Städten ist gut für das menschliche Wohlbefinden und für das Klima auf dem Planeten.

Von außen eine Hochhaus-Skyline. Doch innen schlägt ein grünes Herz.

Grüne Städte

Wie grün Megastädte sein können

Bäume bieten die größte Dienstleistung am städtischen Ökosystem. Mehr noch als Gras- oder Buschflächen sorgen sie für Kühlung und waschen Schadstoffe aus der Luft. Forscher haben Luftbildaufnahmen von Megastädten gemacht und den Überschirmungsgrad gemessen. Das ist der Bereich, den Bäume mit ihrer Krone „überschirmen“. Im Futurium sind dazu zahlreiche Installationen, Grafiken und Exponate zu sehen. Ihr Ergebnis: Städte könnten doppelt so grün sein. Doch was tun, wenn auf dem Boden kein Platz ist? Ganz einfach: Gebäude nutzen! Das Futurium zeigt, wie das funktionieren kann.

Mehr als 50 Prozent der Menschen leben in urbanen Gebieten

Bedürfnis nach gesunden Lebensbedingungen wächst

Aber: Straßen und Infrastruktur nehmen mehr Fläche ein

Das Futurium zeigt Möglichkeiten der Begrünung

Gebäudebegrünung

Was jetzt schon geht

Schon jetzt gibt es viele Formen der Gebäudebegrünung. Zum Beispiel

Kübel und Matten, die an Häuserwänden angebracht werden

Pflanzen, die sich an Gerüsten hochranken

Bei Neubauten wird Platz selbst für Bäume auf dem Balkon mitgeplant

Begrünte Dächer in Kombination mit Solarelementen

Häuser für Bäume

Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam ist eine Metropole mit sieben Millionen Menschen und viel Luftverschmutzung. Die Architekten vom Büro Vo Trong Nghia haben deshalb das Prinzip Einfamilienhaus neu überdacht: Auf einem rund 470 Quadratmeter großen Grundstück im Bezirk Tan Binh haben die Architekten fünf ein- bis zweigeschossige Häuser gebaut. Auf ihren flachen Dächern wachsen stattliche Birkenfeigen (Ficus Benjamini) in den Himmel, die als Schattenspender und Wasserspeicher das Mikroklima in der Stadt verbessern helfen.

Hunderte Baum- und Pflanzenarten zwischen Hochhäusern – in Singapur ist das schon jetzt Realität.

Das grüne Herz der Hochhäuser

Zwei Bürohochhäuser und zwei Wohnhochhäuser gruppieren sich in Singapur um einen mehrgeschossigen grünen Kern. Hier wohnen 3000 Menschen, die Büros haben eine Fläche von 175.000 Quadratmetern. Ingenhoven architects hat das Ensemble „Marina One“ Anfang 2018 eröffnet. Das „Green Heart“ ist ein öffentlicher Raum.  Hier leben 350 verschiedene Baum- und Pflanzenarten. In Anlehnung an die natürlichen Klima- und Höhenveränderungen eines Regenwaldes basiert die Landschaftsarchitektur auf dem Schema eines grünen Tals, dessen Pflanzenwelt je nach Level variiert.

 

Weitere Technologien und deren Auswirkungen auf die Zukunft sind im Denkraum „Natur“ im Futurium zu sehen.